Kategorie: Ylang-Ylang Duft

Ylang-Ylang: exotische Herznote

Ylang-Ylang, genannt die „Blume der Blumen", besitzt eine faszinierende Geschichte, die das tropische Asien mit der französischen Haute Parfümerie verbindet. Ursprünglich aus Südostasien (Philippinen, Indonesien) stammend, wird diese Blume seit Jahrhunderten in lokalen Ritualen verwendet. Um 1860 entwarf ein Seemann namens Albert Schwenger, verzaubert von ihrem Duft in Manila, einen mobilen Destillierapparat, um die ersten Öle zu gewinnen. Doch erst 60 Jahre später trat sie wirklich in die Legende ein, als Coco Chanel und ihr Parfümeur Ernest Beaux beschlossen, sie massiv in N°5 zu integrieren.

Heutzutage entfaltet Ylang-Ylang seine Magie im Herzen der Kompositionen. Diese tropische Blüte wird für ihre Vielseitigkeit und Facettenreichtum geschätzt. Ihr durch verschiedene Destillationstechniken gewonnenes Öl offenbart mehrere Nuancen: von feinen, luxuriösen und zarten Aromen über würzige, balsamische Töne bis hin zu intensiven, anhaltenden und fast kampferartigen Akzenten. Parfümeure nutzen diesen Reichtum, um vielfältige Akkorde zu kreieren. In orientalischen Düften verbindet sich Ylang-Ylang mit Vanille und Gewürzen für eine kraftvolle Sillage. Moderne florale Kreationen kombinieren die Blüte mit Zitrusnoten, wodurch ein Kontrast zwischen tropischer Üppigkeit und spritziger Frische entsteht. Mit Jasmin bildet sie ein sinnliches Duo, während Patchouli oder Vetiver ihre grüne, erdige Seite hervorheben. Diese Anpassungsfähigkeit macht Ylang-Ylang zu einer wertvollen Zutat.

Weitere florale Noten zum Entdecken

Frangipani teilt mit Ylang-Ylang den tropischen Ursprung und die blumige Sinnlichkeit, besitzt jedoch einen sanfteren Charakter. Während Ylang-Ylang cremige Opulenz entfaltet, bietet Frangipani eine pudrige, fast milchige Zartheit. Mit Assoziationen zu hawaiianischen Blumenketten und hinduistischen Tempeln vermittelt dieser exotische Extrakt Entspannung und Gelassenheit. In Kombination mit Ylang-Ylang mildert er dessen Intensität und verstärkt gleichzeitig die cremig-vanillige Dimension. Eine harmonische Begegnung zwischen üppiger Sinnlichkeit und samtiger Zärtlichkeit.

Geißblatt hingegen bringt grüne Frische und luftige Leichtigkeit. Sein betörender Duft erinnert an Frühlingsgärten und verleiht floralen Kompositionen Anmut und Weiblichkeit. Deutlich dezenter als Ylang-Ylang und frischer als Frangipani, bezaubert Geißblatt durch seine ländliche, romantische Natur. Diese drei floralen Noten illustrieren perfekt den kontrastierenden Reichtum innerhalb einer Duftfamilie.

Eine außergewöhnliche Note

Ylang-Ylang verkörpert exotische, betörende Opulenz in der Parfümerie, doch es ist wichtig zu verstehen, dass eine Note niemals den Duft eines Parfüms definiert. Zwei Düfte mit Ylang-Ylang können radikal unterschiedlich sein – alles hängt von den begleitenden Noten, ihren Proportionen und der Anordnung der Rohstoffe ab. In einer orientalisch-vanilligen Kreation offenbart Ylang-Ylang seine cremige, sanfte Facette. Kombiniert mit Zitrusnoten zeigt es unerwartete Frische. Vereint mit Patchouli wird es erdig und geheimnisvoll. Diese Fähigkeit, sich je nach olfaktiver Umgebung zu verwandeln, macht die Ylang-Ylang-Blüte zu einem so wertvollen und vielseitigen Inhaltsstoff.

Um besser zu verstehen, wie Noten in einem Parfüm orchestriert werden und den Reichtum olfaktorischer Kompositionen zu entdecken, erkunden Sie unseren Leitfaden zu den Duftfamilien.